GSG Neuwied, Stadt und Abfallwirtschaft diskutieren über verstärkte Aufklärung sowie geeignete Initiativen
Abfälle richtig sortieren – das ist nicht immer so leicht gemacht wie gedacht. Fehlbefüllungen von Mülltonnen können dann zu Sonderleerungen führen, was gehörig ins Geld geht. Aus diesem Grund besprechen Vertreter der GSG Neuwied und der Abfallwirtschaft des Kreises eine engere Zusammenarbeit, um das Übel an der Wurzel zu packen.
Zu einer internen Diskussionsrunde begrüßten für die GSG Prokuristin Rebecca van Boemmel und Sozialmanagerin Alexandra Gras die Teilnehmer von Abfallwirtschaft, Stadt Neuwied, Quartiersmanagement der Sozialen Stadt, Beirat für Migration und Integration, Eirene, Diakonie und des Quartiersmanagements der südöstlichen Innenstadt im Haus fürs Seniorenwohnen in der Rheinstraße. Trotz vieler Initiativen und Maßnahmen, so van Boemmel, habe sich die Müllproblematik in den vergangenen Jahren noch verschärft. Neben falsch befüllten und überfüllten Abfallbehältern geht die GSG mit großem personellen Aufwand gegen vermüllte Stellplätze, nicht korrekte Sperrmüllablagerungen und immer häufiger auch gegen die Folgen von „Mülltourismus“ vor. Da fahren nachts fremde Autos vor und laden ihren Abfall auf den Grundstücken ab, berichten GSG-Hausmeister, die täglich mit solchen Problemen konfrontiert sind.
Ein wichtiges Thema für die Abfallwirtschaft ist zum Beispiel die Biotonne. Da landen immer wieder Plastiktüten oder Restabfälle in der braunen Tonne, wo eigentlich nur Bioabfälle hineingehören. Dadurch ist der organische Abfall nicht mehr zu verwerten. Es müssen Sonderleerungen gefahren werden, was teuer ist und außerdem Ende Juni endet. Für ein gemeinsames Pilotprojekt schlägt Abfallberaterin Martha Reuber vor, im Bereich des Sandkauler Wegs, der Germania-, Rudolf-Troost- und der Kappelstraße Initiativen zu ergreifen. Hier leben bis zu 23 verschiedene Nationalitäten, allein in diesem Jahr hat es bereits bis zu acht Sonderleerungen je Straßenzug gegeben, was Tausende von Euro an zusätzlichen Gebühren verursacht hat, die auf die Mietparteien umgelegt werden. „Wir wollen die Sortierqualität durch Arbeit mit den Menschen verbessern“, formuliert Martha Reuber das Ziel, denn in Kürze werden sich die Vorgaben für die Abfallbeseitigung noch verschärfen.
Die Wege, dorthin zu kommen, sind vielfältig: Aufklärung und Beratung durch die Abfallwirtschaft und die Stadt vor Ort gehört ebenso dazu wie Informationen für Menschen mit Migrationshintergrund in Integrationskursen. Die direkte Ansprache von Mieterinnen und Mietern übernehmen heute schon GSG-Hausmeister, die an das Ego der Bewohner appellieren. Diskutiert werden außerdem die Bereitstellung von Gefäßen zur Mülltrennung für Küchen sowie von Aufklebern oder Kühlschrankmagneten mit Hinweisen zur richtigen Sortierung, um die Ursachen für das Müllproblem schon in den Wohnungen anzugehen.
Dass sich viele GSG-Mieter an die Regeln halten, darauf weist Rebecca van Boemmel hin. „Da gibt es Leute, die reinigen sogar nach der Abfuhr die Tonnen.“ Die, die es richtig machen, müssten gestärkt und unterstützt werden, damit andere mitziehen. Dass es manchmal auch einfache Lösungen gibt, darauf machen die GSG-Hausmeister aufmerksam: Senioren haben häufig nicht mehr die Kraft, die schweren Deckel der Abfallcontainer anzuheben. Dann landet die Mülltüte halt in einer anderen, der falschen Tonne. Container mit zwei getrennten Deckeln würden das Öffnen hingegen erleichtern.
Das ist die eine Seite der Problematik: Viele Menschen wollen, können es aber nicht richtig. Ihnen gilt es zu helfen. Andere, quer durch alle Bevölkerungsteile, wollen aber einfach nicht. Ihnen ist es egal. Da können zusätzliche Gebühren für Sonderleerungen für Abhilfe sorgen. Oder, bei Verstößen gegen die Abfallsatzung beziehungsweise in Sachen Mülltourismus, auch Bußgelder. Bei der Abfallwirtschaft können sich Mieterinnen und Mieter melden, die konkret solche Beobachtungen gemacht haben. Dem wird dann nachgegangen.
Das Fazit des Treffens: Die Müllproblematik ist ein gesamtgesellschaftliches Thema und sicherlich nicht in einzelnen Bevölkerungsgruppen zu verorten. Aufklärung ist wichtig. Vereinbart wurden mehr Austausch untereinander, mehr gegenseitige Information und Unterstützung. Bei weiteren Treffen sollen konkrete Maßnahmen beraten werden.

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