Versorgung mit ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum in Neuwied ist kein Sprint, sondern ein Marathon

Das Interesse der Bürger am neuen Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Neuwied ist groß. Bei der Vorstellung des Konzeptes am Mittwochabend, 11. Februar, im Food Hotel waren Stühle und Stehtische nahezu alle besetzt. Die Analysen und Vorschläge der InWIS Forschung & Beratung GmbH stellte deren Geschäftsführer Prof. Dr. Thorsten Bölting kurz und prägnant vor.

Oberbürgermeister Jan Einig erklärte, die Stadt Neuwied wolle mit dem vom Rat beschlossenen Konzept das Thema Wohnraumversorgung nicht nur punktuell, sondern strategisch für die kommenden Jahre in den Blick nehmen. Es liege damit jedoch kein Maßnahmenkatalog vor, der kurzfristig umzusetzen ist. Vielmehr gebe das Konzept eine „klare Richtung“ für zukünftige Versorgung mit ausreichend Wohnraum vor. Es definiere konkrete Ziele, die für Kommunalpolitik und Stadtverwaltung ein Arbeitsinstrument und für die Bürger und Investoren wichtig sind.

Mit der Präsentation des Wohnraumversorgungskonzeptes, an dem auch die GSG Neuwied mitgearbeitet hat, habe der Prozess der Umsetzung am Mittwochabend begonnen, so OB Einig. Er erklärte aber auch, dies sei „kein Sprint, sondern ein Marathon“. Die Umsetzung der von InWIS erarbeiteten Handlungsfelder, Vorschläge und Maßnahmen werde Zeit brauchen.

Allerdings ist die Verwaltung laut Einig schon am Start: Die Stadt sei bereits unterwegs, um zusammenhängende Flächen für zukünftigen Neubau von Wohnraum zu erwerben. Diese müssten dann erschlossen oder es sollten Investoren dafür interessiert werden. Erarbeitet werde eine neue Stellplatzsatzung, die Investitionen in den Neubau erleichtern soll. Man sei überdies dabei, Gelände wie den Yachthafen oder das ehemalige Rasselstein-Gelände baureif zu machen, um neue, lebenswerte Quartiere mit hoher Wohnqualität zu schaffen. Ferner habe die Stadt das Problem ausreichend preisgebundener Wohnungen im Blick. Deutlich erklärte OB Einig: „Wir wollen eine höhere Fördermietstufe für den sozialen Wohnungsbau in Neuwied.“

Die Frage nach ausreichend preisgebundenem Wohnraum für Menschen mit kleinem Einkommen wurde in der anschließenden Diskussion ebenso thematisiert wie der Umgang mit Baulücken im Stadtgebiet, die ja prinzipiell zur Nachverdichtung genutzt werden könnten. Oberbürgermeister Jan Einig erklärte auf entsprechende Fragen, dass die Stadt ein Angebot mit Ansprechpartnern für Bürger und Investoren einrichten will. Hier sollen Informationen wie zum Beispiel über Fördermöglichkeiten, Barrierefreiheit oder energetische Sanierung vermittelt werden.

Foto 1: Viele interessierte Bürger waren zur Vorstellung des neuen Wohnraumversorgungskonzepts der Stadt Neuwied ins Food Hotel gekommen. Foto: Ulf Steffenfauseweh

Foto 2: Oberbürgermeister Jan Einig moderierte die Veranstaltung. Im Hintergrund: Prof. Dr. Thorsten Bölting, Geschäftsführer der InWIS Forschung & Beratung GmbH. Foto: Ulf Steffenfauseweh