Initialzündung für die Versorgung älterer Mieter in allen notwendigen pflegerischen und sozialen Bereichen – Angebote werden vernetzt

Ältere Menschen sind jetzt schon eine große und weiterwachsende Bevölkerungsgruppe in Kommunen und städtischen Quartieren. Das ist unter den Mietern der GSG Neuwied nicht anders. Um ihnen eine ortsnahe und bedarfsgerechte Versorgung mit allen notwendigen pflegerischen und sozialen Bestandteilen anzubieten, kooperiert die GSG ab sofort mit der Marienhaus Seniorendienste GmbH, der Marienhaus Mobil Bad Breisig sowie dem Marienhaus Seniorenzentrum Josef-Ecker-Stift in Neuwied. Die Partnerschaft will das gemeinsame Leben in den Neuwieder Quartieren aktiv gestalten und insbesondere Senioren einen längeren Verbleib in ihrer vertrauten Wohnung ermöglichen. Ziel ist es auch, die Integration von pflegebedürftigen älteren Menschen zu fördern und Nachbarschaften aufleben zu lassen.

Die Kooperation zwischen der GSG und dem Marienhaus versteht sich als „Initialzündung“. Bereits vorhandene Angebote werden vernetzt und fehlende Bausteine aufgebaut. Berücksichtigt wird dabei auch die Erschließung des in den jeweiligen Quartieren vorhandenen bürgerschaftlichen Engagements.
Für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Kooperation setzen GSG und Marienhaus, die hier als Einheit agieren, das Projekt im partnerschaftlichen Miteinander um. Oberstes Ziel der Vertragspartner ist eine hohe Bewohnerzufriedenheit.

Im Bestand von circa 3400 Wohnungen der GSG Neuwied existiert eine Mieterstruktur, die es nahelegt, sich intensiv mit dem Thema „Wohnen im Alter“ auseinanderzusetzen. „Uns ist es wichtig, dass die Mieter bei uns gut versorgt sind“, sagt GSG-Geschäftsführer David Meurer. „Wir sind seit 100 Jahren mehr als nur ein Anbieter von Wohnraum. Bei uns sollen sich die Menschen zu Hause fühlen. Mithilfe der neuen Kooperation möchten wir sicherstellen, dass ältere Mieter so lange wie möglich in der eigenen Wohnung, zumindest aber in der gewohnten Umgebung bleiben können.“ Dabei orientiert sich die GSG, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Neuwied, an dem seit Jahren erfolgreichen „Bielefelder Modell“. Dieses stellt die pflegerische Versorgung von Menschen im Quartier in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Wohnungsunternehmen und ambulanten Diensten zu fördern und damit innovative Strukturen zu schaffen, die es Menschen mit und ohne Pflegebedürftigkeit ermöglichen, in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben.

Die Kooperation erfolgt im Rahmen von „Wohnen mit Versorgungssicherheit“. Der Partner Marienhaus bietet fördernde Hilfen nach Wunsch und Bedarf an, die GSG-Mieter nutzen können. Dazu zählt ein Hausmeisterservice, wenn zum Beispiel Glühbirnen zu wechseln, eine Gardinenstange angebracht oder Bilder aufgehängt werden sollen. Von der Unterstützung beim Einkauf oder der Begleitung bei Spaziergängen bis hin zur häuslichen Pflege umfassen die Angebote ein breites Spektrum. Auch steht nun ein Mahlzeitenservice über die Malteser Hilfsdienste zum Aufbereiten in wöchentlichen Lieferungen zur Verfügung. Wer diese Offerten in Anspruch nehmen möchte, wendet sich ab 20. August direkt an die koordinierende Ansprechpartnerin Stefanie Schmidt-Enskat (Marienhaus) unter der Telefonnummer 02633/4766-0. Selbstverständlich steht es allen Hilfesuchenden offen, andere Anbieter zu beauftragen.

Alle Maßnahmen geschehen in Kooperation mit dem hilfebedürftigen Menschen unter Beachtung seiner Selbsthilfefähigkeit und unter Einbezug seines persönlichen Umfeldes. Alle Kooperationspartner erschließen die Ressourcen des betroffenen Menschen, seiner Angehörigen und Nachbarn, der bürgerschaftlich engagierten Mitmenschen und die Kompetenzen der vorhandenen professionellen Dienste und Einrichtungen. Die Partner verzahnen ihre Kompetenzen in den Bereichen Wohnraum sowie Sozialmanagement und den pflegerischen Fachleistungen, um ein „sorgendes Wohnumfeld“ für Mieter der GSG zu schaffen. Das Sozialmanagement der GSG soll das Miteinander fördern, indem Aktivitäten für Mieter aufgebaut werden und für alle zur Nutzung zur Verfügung stehen.

Die neue Kooperation geht von einem Menschenbild aus, das auch den hilfebedürftigen Menschen als selbstbestimmtes eigenständiges Wesen in seiner individuellen Würde achtet. Das Wohnen in der eigenen Häuslichkeit hat auch für hilfebedürftige Menschen die oberste Priorität, unabhängig vom Grad des Hilfebedarfs. Das professionelle Selbstverständnis entspricht dem der früheren „Gemeindekrankenpflege“, das heißt. Wohnortnahe Hilfe wird unaufdringlich aufsuchend angeboten, zeitgemäß eingesetzt und zuverlässig in hoher Qualität erbracht.

Prägend für das Projekt ist das selbstverständliche Miteinander aller Menschen, ob mit oder ohne Pflege- und Hilfebedarf.

Vertragsunterzeichnung für die neue Kooperation zwischen der GSG Neuwied und Marienhaus.

Das Bild zeigt von links: David Meurer, Geschäftsführer der GSG Neuwied, Alexandra Gras; Sozialmanagerin der GSG, Jörg Warnke, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe / Leitung des Bereichs „Entwicklung und Projekte (EP)“, Stefanie Schmidt-Enskat, Pflegedienstleitung Marienhaus Mobil, Jessica Yazan, Pflegedienstleiterin / Stellvertretende Einrichtungsleitung der Tagespflege Marienhaus, Ralf Seemann, Beigeordneter der Stadt Neuwied.

Foto: Michael Stoll/GSG